Donnerstag, 27. Oktober 2005
Lesung von Amelie Fried in der Rudolf-Steiner-Schule in Gröbenzell

Gröbenzell (von Dagmar Piontkowski) - Auf Einladung der Buchhandlung Litera las Amelie Fried im Rahmen der neu geschaffenen Veranstaltungsreihe „Gröbenzell literarisch“ am Mittwoch Abend in der Rudolf-Steiner-Schule aus ihrem jüngsten Roman „Rosannas Tochter“. Die auch als TV-Moderatorin und Kolumnistin bekannte Autorin zahlreicher Romane und Kinderbücher verarbeitet in ihrem neuesten Werk autobiographische Begebenheiten. Ihr Mann brachte aus einer früheren Beziehung einen Sohn mit in die Ehe, dessen leiblicher Vater er nicht ist. In „Rosannas Tochter“ wird die Geschichte eines noch nicht lange miteinander verheirateten Paares erzählt, das die halbwüchsige Tochter seiner verunglückten Ex-Freundin zu sich nimmt, wodurch die Beziehung der beiden auf eine unerwartete Probe gestellt wird. Amelie Fried hat für ihre Lesung in Gröbenzell sehr sorgfältig verschiedene Erzählstränge ausgesucht, so dass hier die Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Situation der Patchwork - Familie, die veränderte Zweisamkeit eines Paares durch ein Kind sowie Streitereien und Eifersucht ganz offensichtlich werden. Dieser neue Roman scheint von der Thematik melancholischer und dramatischer als die bisherigen zu sein. Dies wurde auch deutlich an der aufmerksamen und mitfühlenden Ruhe, die unter den Zuhörern herrschte. Nach den Ideen für die Handlungen ihrer Romane gefragt, verwies die Autorin auf ihre alltäglichen Beobachtungen der Lebenswirklichkeit, auf intensive Begegnungen und Gespräche. Sie baue lediglich ein Handlungsgerüst auf, innerhalb dessen sich meist auch die Charaktere erst während des Schreibens formen. Wie andere berufstätige Mütter musste auch Amelie Fried schmunzelnd zugeben, dass es manchmal viel Disziplin erfordert, möglichst viel zu schaffen und in ihrem Fall kreativ zu arbeiten, während die Kinder in der Schule sind. Der Erlös des Abends wird dem auf Initiative des Verlegers Florian Langenscheidt gegründeten Verein „Children for a better world“ und dessen Kinderhilfsprojekten zugeführt. Amelie Fried engagiert sich, wie sie betonte, mit viel Freude in dessen Kuratorium. Und so ergänzte sie ihre Romanlesung um zwei humorvolle Passagen aus ihrer Kinderbuchreihe „Taco und Kaninchen“, die sie zusammen mit ihrem Mann, einem Drehbuchautor, verfasst. Um auch den wenigen männlichen Zuhörern im sehr gut besuchten großen Saal der Rudolf-Steiner-Schule noch ein wenig gerecht zu werden, verabschiedete sich Amelie Fried mit einer amüsanten, noch nicht veröffentlichten Kolumne über Freud und Leid einer Frau am Steuer mit ihrem alles besser wissenden Gatten als Beifahrer.

Aus "FFB total lokal"

Children for a better World