MÜNCHEN 10.10.06
  Sport

Ein Zehntel grüne Hölle

Neue Route für Marathon 2007 geplant

Der München-Marathon 2006 ist gerade mal zwei Tage vergangen, die Läufer pflegen noch ihre geschundenen Beine - und Organisator Gernot Weigl denkt bereits über den Lauf 2007 nach. Denn im kommenden Jahr wird es eine einschneidende Veränderung geben: Nach drei Jahren auf einer unveränderten Route will Weigl den Kurs noch einmal ändern. "Der Englische Garten ist für einen modernen Marathon einfach zu viel Grün, das ist eine richtige grüne Hölle. Wir müssen mehr in den urbanen Raum", sagt er. Außerdem werden die Läufer die Runde, die bisher gegen den Uhrzeigersinn gelaufen wurde, künftig wohl in die andere Richtung absolvieren. Mit der Polizei hat Weigl bereits erste Gespräche über die Machbarkeit geführt, die entscheidenden Diskussionsrunden mit den Verkehrsbetrieben und dem Kreisverwaltungsreferat stehen aber noch aus.

Die Route, die Weigl im Sinn hat, würde vom Olympiastadion wie bisher zur Leopoldstraße führen, dann jedoch nach Norden abzweigen, schließlich rechts in die Domagk- und die Crailsheimstraße einbiegen und schließlich über die Osterwaldstraße wieder Richtung Süden verlaufen. Auf der Busstraße soll es künftig durch den Englischen Garten gehen. "Das wäre ein Zehntel der bisherigen Strecke durch den Park", sagt Weigl. Die anschließende Steigung an der Montgelasstraße käme bei Kilometer 13 und damit gut einen Kilometer früher als bisher der Rosenheimer Berg. Vorteil der neuen Streckenführung: Die letzten zwölf Kilometer, die härtesten eines Marathons, würden dann durch die Innenstadt und Schwabing führen, wo traditionell die meisten Zuschauer am Straßenrand stehen. "Ich sitze ja jedes Jahr im Führungsfahrzeug", sagt Gernot Weigl, "aber noch nie kam mir die Strecke durch den Englischen Garten so lang vor wie diesmal. Der Erste, Matthias Körner, hat mir richtig leid getan."

Christina Warta