| Badische Zeitung vom 4. April 2006 |
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“Bei Grönemeyer gibt's keine Medaillen” |
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Mit Organisator Gernot Weigl über sein Fazit nach dem 3. Freiburg-Marathon |
![]() Gernot Weigl (FOTO: PR) |
FREIBURG. Wer am Sonntag beim Zieleinlauf des 3. Freiburg-Marathon in die geröteten, verschwitzten, vor allem aber in die strahlenden, entrückt grinsenden Gesichter der 2900 Marathon- und 9400 Halbmarathonläufer blickte, der sah: Am Ende waren alle stolz und glücklich. Doch vor allem beim Start des Laufs über die halbe Distanz hatte es an der Neuen Messe Probleme gegeben. Darüber sprach Martina Philipp mit dem Organisator Gernot
Weigl.
BZ: Herr Weigl, nach den Engpässen im vergangenen Jahr haben Sie diesmal den Start des Marathonlaufs (11 Uhr) und des Halbmarathons (14 Uhr) getrennt. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden? BZ: Weniger gut ankam das hektische Gedränge, das vor dem Start des Halbmarathons entstand, als einige Läufer kaum zum Start durchkamen. |
| Weigl: Ja, kurz vor dem Lauf wollen die Läufer immer alle auf einen Schlag an den Start. Gott sei Dank haben wir über den Zieleinlauf die Brücke zwischen den Hallen und dem Start gebaut. Allerdings: Obwohl wir sie groß dimensioniert hatten, war sie zu klein. Nächstes Jahr müssen wir womöglich noch eine zusätzliche Brücke bauen. Und sowohl vor dem Start als auch nach dem Lauf gab's Engpässe, als 5000 Läufer gleichzeitig in die Hallen wollten, während andere rauswollten. BZ: Wie wollen Sie das beim nächsten Mal verhindern? Weigl: Durch noch mehr Aufklärungsarbeit und bessere Kennzeichnung der neuralgischen Punkte. Außerdem werden wir nächstes Jahr auch das Foyer vor den Hallen nutzen und dadurch mehr Platz haben. BZ: Stichwort Geld: Es gibt nicht wenige Läufer, die das Erhöhen der Teilnehmergebühren auf 33 Euro für den Halb- und 43 Euro für den Marathon kritisieren. Zumal die Tasche, die jeder Teilnehmer immer erhält, diesmal fast nur Prospekte enthielt. Weigl: Es ist einfach so: Gute Leistung kostet heute Geld. Manche orientieren sich vielleicht noch an früheren Zeiten, als Vereine die Veranstaltungen organisiert haben. Wir müssen wirtschaftlich denken. Alle Firmen, mit denen wir zusammenarbeiten, haben in den letzten Jahren die Preise erhöht. Ich glaube, es stand uns deswegen zu, im dritten Jahr fünf Euro mehr zu verlangen. Bei einem Konzert von Herbert Grönemeyer für 40 Euro kriegt niemand Verpflegung und Medaillen und trotzdem sagen alle: “Tolles Konzert.” Eine tolle Laufveranstaltung mit einer guten Zielversorgung und Logistik kostet seinen Preis. BZ: Wird's beim 4. Freiburg-Marathon am 1. April 2007 wieder 42 Bands geben? Weigl: Ja, das bleibt. Es passt einfach in unser Konzept. BZ: Dann laden Sie doch einfach auch Grönemeyer ein, dann beklagt sich sicher niemand mehr über die Preise. Weigl: Stimmt, dann kommen auch wieder 100 000 Zuschauer und Grönemeyer lassen wir dann wie den Papst in einem Papamobil die Strecke entlang fahren. |