| MÜNCHEN | Mittwoch, 5. Oktober 2005 |
| Sport | |
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Im Rausch des Laufs Große Leistungen erfordern großen Einsatz. Zum Beispiel beim Münchner Medienmarathon. Eine Herausforderung für die 10 000 Teilnehmer und ihre Partner. Morgens um sechs werden die Passivtrainierenden vom Wecker des Joggers aus dem Schlaf gerissen - und müssen sich dann wieder brutal in die Kissen kuscheln, während der andere in der verregneten Dunkelheit seine Genussbahnen ziehen darf. Beim Essen opfert sich die Ehefrau für die Weinflaschen, weil der Fitness-Egoist böswillig abstinent lebt. Und die Nächte muss sie mit Freundinnen durchtanzen, während der Möchtegernjoschkafischer seine geschwollenen Knie hochlegt. Dabei kann man den Trabern gar nicht genug Respekt zollen, die kommenden Sonntag 42,195 Kilometer München-Sightseeing zu Fuß machen. Was für Prüfungen sie bereits in der Vorbereitungsphase bestanden haben. Allein der Endspurt während der Wiesn! Da sind sie zwischen den Würstelauslagen der Fressbuden herumgeschlichen, der Hunger wühlte in den Eingeweiden. Aber sie haben höchstens mal in einen glasierten Apfel gebissen, nur wegen der leicht verdaulichen Kohlenhydrate, des Traubenzuckers, des Vitamin C. Und weil es keine unglasierten Äpfel auf der Wiesn gibt. Nach ihrem Training sind sie in die Festhalle gegangen, wo ihre Liebste ihnen mit dem Maßkrug winkte - auf dessen Rand die Wettkampfmimosen die Erkältungsbazillen schon Macarena tanzen sahen. Dann haben sie am Radler genippt, das sie nur aus Verlegenheit bestellten, weil die Bedienung das verschämte " ein Alkoholfreies" nicht verstand. Was ist schon ein Marathon gegen solche harten Proben? Jetzt also kurz mal noch fünf Stunden Rennen, dann ist es geschafft. Der nächste wichtige Lauf ist erst im Frühjahr. Zeit genug, zur Belohnung total ein Fass aufzumachen, dermaßen die Sau rauszualssen. Vielleicht mit einem leichten Weißbier (einziger Beitrag in der SZ zum medienmarathon!) |