BERICHT VOM WÜRZBURG MARATHON 2003

von Peter Probst

 

Eigentlich wollten wir uns zu viert in die viertgrößte Stadt Bayerns aufmachen, nämlich Arne, Werner, Peter und unser neuer Fan, Frau Koller vom Bayerischen Rundfunk. Leider geriet kurzfristig Arne beim Kindereinsammeln durcheinander, was er bis zum Sonntag nicht mehr auf die Reihe bekam. So trafen Peter und Frau Koller am Freitag in Unterfranken ein, Werner am Samstag.

Das Geheimnis um Frau Koller kann leider nicht vollständig gelüftet werden, dem Vernehmen nach plant sie, die bereits eine Reihe von Probst-Geschichten verantwortet hat, einen neuen Film, der in der schönen Stadt am Main spielt. Der Freitag stand deshalb ganz im Zeichen der Recherche: Menschen, Kneipen, Sehenswürdigkeiten. Zudem wurde Frau Koller, die Sport bisher für Mord und Carboloading für eine seltene Perversion hielt, erfolgreich belehrt.

Kulturbeflissen wie wir ihn kennen, besuchte Peter heimlich die Residenz und die Wallfahrtskirche Käppele, sowie gemeinsam mit Frau Koller die Festung Marienberg.

Am Samstag traf nach Stau glücklich der zweite Marathoni Werner ein und brachte zusätzlichen Schwung in die Recherche. Sie gipfelte im Restaurant „Ritter Jörg“ im idyllischen Weinort Sommerhausen, wo Peter einen Anfall von Lampenfieber bekam, der dazu führte, dass Werner dessen Spargel aufessen musste – was er gerne tat.

Nicht unerwähnt soll die Marathonmesse im großen Bierzelt bleiben, bei der billigst Sportkleidung verkauft wurde, die leider auf dem Weg zum Zelt in den Dreck gefallen war.

 

Der Höhepunkt war wie immer der Marathon. An die 5000 (!) Läufer und Walker wagten sich an die unterschiedlichen Distanzen, für die 42 km hatten sich angeblich 2000 Marathonis angemeldet. Das Wetter war frühmorgens säuisch. Während des Marathons gab es dann nur einen kurzen, erfrischenden Guss, der Fan Frau Koller leider ins Hotel Strauss zurücktrieb. So erlebte sie Werner und Peter nur bei km 18, nicht aber auf deren zweiter Runde.

Die beiden Marathonis hatten beschlossen, bis zum Halbmarathon gemeinsam zu laufen, wurden aber vom Schicksal bereits nach wenigen Kilometern auseinandergerissen; wenigstens kam es noch zu zwei Begegnungen auf der Strecke.

Nicht einig sind sich Werner und Peter bei der Bewertung des Stadtmarathons Würzburg. Werners Daumen zeigt eher nach unten, Peter war angetan von der abwechslungsreichen Strecke. Allerdings gefiel auch ihm das Gedrängel auf den ersten Kilometern nicht. Der Zielbereich bot wenig Gelegenheit zum üblichen Lagern mit Bierbüchsen, Werner ging ins Hotel, Peter ließ sich massieren und lernte – nicht dabei – noch einige charmante junge Würzburger kennen.

Gefeiert wurde dann abends mit Frau Koller im schönen Juliusspitalkeller bei feinem Braten mit Klößen und Blaukraut. Da der Keller sich als bierfreie Zone entpuppte, wechselten die drei noch in eine Studentenkneipe, um etwaigen Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Fazit: Der Stadtmarathon Würzburg ist eine Alternative zu Regenburg, nicht aber zu den großen Zielen in Deutschland. Die Organisation war perfekt, die Verpflegung auf der Strecke überdurchschnittlich. Und der Würzburger an sich erwies sich als sehr freundlicher Mensch.

 



Und sogar zu einem Titelfoto in der Mainpost hat's für unsere Marathonis gereicht. Glückwunsch!