Vom München Road Runners Club gelesen:
| MÜNCHEN | Montag, 15. Oktober 2001 |
| Sport | |
Wasser und Fats Domino als Doping 6228 Läufer entfachen Marathon-Fieber in München - positive Resonanz |
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| Zuschauer jubelten in dichten Trauben am Straßenrand,
Autofahrer schimpften vor Absperrungen, und zwischendrin rannten, keuchten und schwitzten
6228 Akteure: München stand am Sonntag bei optimalem Wetter ganz im Zeichen des 2.
Medien-Marathons, der bei den Läufern sehr gut ankam. "Das Ziel in die Zentrale
Hochschul-Sportanlage (ZHS) zu verlegen, hat dem Rennen gut getan, die Atmosphäre wurde
dadurch fast familiär", hoben viele Teilnehmer hervor.
"Nur wer schon einen Marathonlauf hinter sich gebracht hat, der weiß, dass die letzten fünf Kilometer zwischen acht und zwölf Kilometer lang sind", sagt der 18-jährige Rüdiger aus Schwabach bei Nürnberg. "Zumindest kommen einem diese fünf Kilometer so lang vor." Sein Spezl und dessen Freundin nicken. Eilig haben sie es längst nicht mehr, nachdem sie den Kilometer 39 im Spiridon-Louis-Ring erreicht haben. Auf der Straße, die nach dem griechischen Marathon-Olympiasieger von Athen 1896 benannt wurde, ist für das Trio aus dem Marathon-Lauf ein Marathon-Spaziergang geworden. Der Münchner Rüdiger Peters (40) hat es sich mit seinen Freunden am Straßenrand gemütlich gemacht, einen Tisch und Stühle aufgestellt. Es gibt Weißbier und trüben Apfelsaft. Gegen 13 Uhr, so schätzt er, kann er hier seine Frau Petra (39) anfeuern, die um 9 Uhr früh gestartet ist. Beim Olympiaturm werden die Läufer zum letzten Mal an diesem Tag, "gedopt". Mit Müsliriegeln, klein geschnittenen Bananen, verschiedenen Getränken und natürlich mit Wasser. Das ist am gefragtesten", sagt Gimbel, "denn es belastet den Magen am wenigsten." Die Musik, die aus dem Lautsprecher dröhnt, tut ihr übriges. Sie lässt die Schritte für ein paar Meter wieder länger werden. Little Richard, Fats Domino, Gene Vincent und Bill Haley feuern die Teilnehmer mit ihren Rock'n'Roll-Songs an. "Wir haben diese Musik mit Bedacht ausgewählt, sagt Manfred Gimbel (39), der mit 30 Helfern des TSV Eintracht Karlsfeld diese Verpflegungsstation betreut. "Sie soll den Läufern einen Schub geben." Als der 36-jährige Jürgen Sonneck auftaucht, will der Jubel der Fans des TSV Eintracht Karlsfeld nicht enden. Der 39-Jährige läuft seinen ersten Marathon und wird unter 2 Stunden und 40 Minuten bleiben - eine |
![]() Wasser und Sportler-Drinks halfen den Läufern ebenso über die kräftezehrende Strecke wie die Anfeuerung durch das Publikum . Foto: Kurzendörfer Super-Leistung. Das weiß auch seine Mutter, die vor lauter Freude zu weinen beginnt. Stilvoll werden die Männer und Frauen im ZHS-Stadion begrüßt: Aus dem Lautsprecher klingt immer wieder das Lied "Country-roads, take me home". Die Stimmung ist ausgelassen, stolz werden die Erinnerungsmedaillen herumgezeigt. Freudentänze unterbleiben nur, weil die Muskulatur nicht mehr mitmacht. Die Kondition reicht bei manchen Hobbyläufern gerade noch zum Strahlen. Organisationsleiter Gernot Weigl ist zufrieden mit seinem Spar-Marathon, der nur 1,2 Millionen Mark kosten durfte und zu dem vier große Sponsoren beigetragen haben: Karstadt, Diadora, Pro Sieben und Oxywell. Preisgünstig wie ein zweimal reduziertes Sonderangebot war das Zugpferd der Veranstaltung, der ukrainische Star Andrej Naumov. Er erhielt 1000 Mark Antrittsgeld und 7500 Mark Siegprämie. Hans Piontek |