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Laufberichte von

  1. Peter Stelzel-Morawitz
  2. Andreas Durschang

Bericht Medien-Marathon-München

Tester berichten über diese Marathon-Premiere (15. 10. 2000).

 

Andreas Durschang war für running-pur auf der Strecke. Sein Fazit: „Gelungene Premiere mit vielen Verbesserungsmöglichkeiten.“


Der Veranstalter war glücklich und die meisten Läufer, mit denen ich
gesprochen habe, zeigten sich mit der erstmaligen Wiederauflage des
Münchenmarathons unter neuer Leitung nach mehrjähriger Pause zufrieden.
Sonniges Wetter mit Temperaturen um 20°C, die Verpflichtung mehrerer
Topläufer aus Kenia, sowie Aktivitäten vom Bayerischen Rundfunk am
Marienplatz und im Zielbereich brachten relativ viele Zuschauer an die
Strecke und sorgten in der Presse für positive Berichterstattung.
Alle entscheidenden Kriterien für einen Lauf dieser Größenordnung wurden,
wenn auch teilweise mit kleineren Schwierigkeiten, erfüllt. Marathonmesse,
Startnummernausgabe, Chipverleih, Kleiderbeutelabgabe und -transport,
Toiletten, Zeitmessung, Massagezelt, Duschzelt, Medaillen, Schnellurkunden,
Erreichbarkeit des Start- und Zielbereichs: alles OK!
Hervorzuheben war die Verpflegung an der Strecke. Alle 5km gab es Wasser UND
Isogetränke, dazwischen jeweils Wasser für die Schwämme; ab km25 Bananen und
bei km35 sogar PowerGEL. Auffallend war auch die große Anzahl der
freiwilligen Helfer an der Strecke und des Personals auf der Messe. Die
Stimmung am Marienplatz und im Zielbereich war super. Die Möglichkeit den
Nudelgutschein nach dem Lauf einzulösen findet hoffentlich Nachahmer.
Dem 2. ???.marathon münchen 2001 steht also nichts im Wege, und das war wohl
das wichtigste Ziel der Premiere. Wenn München allerdings Anschluß finden
will an Berlin, Hamburg oder Köln müssen einige Kritikpunkte beachtet
werden. Der Organisationsleiter Gernot Weigl hat bereits angekündigt für das
nächste Jahr eine Streckenführung mit Ziel im Innenstadtbereich anzustreben
und die Streckenführung war in der Tat das größte Manko dieses
Marathonlaufs.
Die Strecke war auf den ersten ca. 5 Kilometern viel zu eng, so daß man
nicht nur kein eigenes Tempo finden konnte, sondern sogar im Pulk laufend
ständig ausweichen mußte. Der Mittelteil bis ca. km20 war interessant und
abwechslungsreich, danach allerdings war von dem ausgeschriebenen "flachen
Citymarathon" nicht mehr viel übrig. Die Strecke wurde sehr wellig und damit
schwierig und führte über Außenbereiche der Stadt bei km 30 in den
Medienpark. Schon bis km 30 waren zwei unangenehm zu laufende Geraden (eine
direkt neben der Autobahn) zu überstehen, aber gegen die Umrundung eines
Industriegebietes (Medienpark) mit Riesenbaustelle war das noch ein
Vergnügen. Ein psychologischer Tiefschlag der saß; so viele Läufer habe ich
bei km34 noch nie gehen sehen. Die Wendeschleifen, die auf der ersten Hälfte
der Strecke Abwechslung brachten, störten später dadurch den Spaß, daß sie
einem immer wieder vor Augen führten, was noch vor einem lag. Auf den
letzten 1,5km stieg die Stimmung dann aber stetig an und der Zieleinlauf in
der jubelnden Menge zwischen den aufgebauten Tribünen hindurch zauberte
einem trotz aller Schmerzen ein Lachen ins Gesicht, und die Marathontermine
des Jahres 2001, die man zwischenzeitlich schon vergessen hatte, zurück ins
Bewußtsein.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Zielbereich. Die Verpflegung im Ziel
war langweilig (Wasser, wenig ISO, Äpfel), die Schlange am Massagezelt lang
und durch den Gegenverkehr aus ankommenden, fertigen und fertigen,
abreisenden Läufern in einer schmalen Gasse herrschte eine quälende Enge.
Der gesamte Zielbereich hätte großzügiger gestaltet werden müssen, denn
hätte es geregnet, wäre es äußerst unangenehm geworden.
Weitere konstruktive Kritik in der Reihenfolge meiner persönlichen
Wichtigkeitsskala:
a.. Mehr Werbung und mehr Nebenschauplätze (wie z.B. beim Nürnberger
Radrennen) würden die Zuschauerresonanz sicher noch weiter steigern.
b.. Geringe Anzahl an Toilettenhäuschen für Männer am Start. (ist
allerdings überall so)
c.. Die Kleiderbeutelabgabe sollte nicht halb auf der Startlinie erfolgen;
das mußte ja zu eng werden.
d.. Ein paar Bierbänke oder -tische zur Ablage im Duschzelt würden das
Chaos leicht minimieren.
e.. Kleiderbeutel mit Kordel mit aufgeklebter Startnummer wie in Berlin'99
wären optimal.
f.. Die Zeitmessung hatte offensichtlich einige Schwierigkeiten.
Mein Fazit:
Es war eine gelungene Premiere die bewiesen hat, daß der Veranstalter einen
großen Stadtmarathon in München auf die Beine stellen kann. Allerdings
profitierte die Veranstaltung deutlich vom schönen Wetter, so daß für eine
positive Wiederholung im nächsten Jahr mit dann evtl. 10000 Teilnehmern
Vieles verbessert werden muß. Ich bin mir sicher, daß Gernot Weigl und alle
Helfer, bei denen ich mich hiermit ausdrücklich für Ihre Arbeit bedanken
möchte, dies auch schaffen werden.
Auf Wiedersehen im nächsten Jahr
Andreas Durschang