Vom München Road Runners Club gelesen:

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Rennen und Rollen für den Sieg

5357 Läufer und 845 Inline-Skater beim ersten Münchner Medien-Marathon

Von Christian Adler


Christian Ude war gut gelaunt. "Schießen ist die beste Ausrede, um nicht mitlaufen zu müssen", scherzte der Oberbürgermeister. Punkt neun drückte er an der Freimanner Lindberghstraße auf den Abzug seiner Pistole. Startschuss für 5357 Läufer beim ersten "Medien-Marathon München". Zuvor waren bereits 845 Inline-Skater um 8.45 Uhr auf die 42,195 Kilometer lange Piste gerollt.
Bis zum Start herschte an der Zenith-Halle großes Gedränge. Startunterlagen abholen. Umziehen. Warm machen. Peter Freynhagen (50) aus Flensburg nahm einen Schluck aus der Trinkflasche: "Ich habe ein halbes Jahr trainiert. Hoffentlich halte ich meinen ersten Marathon durch." Souverän dagegen Sonja Probst (21) aus Regensburg: "42 Kilometer schaffe ich locker."
Die Strecke führte in die Innenstadt, von da über Haidhausen, Bogenhausen zurück zum Zenith. Höchster Punkt war der Kunstpark Ost (532 Meter) der niedrigste der Bayerische Rundfunk (495 Meter).
Tausende Fans machten an den Straßen bei Sonnenschein mit Tröten und Rasseln Stimmung. Traudel Weigel (48) aus Ergolding applaudierte am Siegestor einer Freundin: "Ich fahre mit der U-Bahn vorneweg, um sie anzufeuern." Zuschauerin Birgit Ludwig (37) aus Forchheim lobte: Hier gefällt es mir besser als bei den Marathons in Köln und Frankfurt."
Am Odeonsplatz versorgte der TSV Wolfratshausen die Sportler mit Getränken. Insgesamt tranken sie 45 000 Liter Wasser und 7 600 Liter Mineraldrinks, verspeisten 24 000 Bananen und Energieriegel. 834 Vereinshelfer, Streckenposten und Sanitäter waren im Einsatz. Autos, Busse und Straßenbahnen wurden in vielen Stadtteilen umgeleitet.
Die meisten Athleten waren bis Mittag wieder in Freimann. Rekord: Bei den Männern belegten die Kenianer die Plätze eins bis sieben. "Sehr zufrieden" war Organisator Gernot Weigl: "München hat einen unglaublich schönen Tag erlebt."


Die Afrikaner liefen allen davon
Totaler Triumph der afrikanischen Läufer beim Medien-Marathon München: Neun der ersten zehn kamen vom schwarzen Kontinent. 1. Michael Kite (Kenia) 2:09:46 2. Joel Sankale (Kenia) 2:09:47 3. Luke Kibet (Kenia) 2:13:40 4. Benjamin Matolo (Kenia) 5. John Kiprono (Kenia) 2:14:47 Bester Deutscher war der Bonner Hendrik Simon als Elfter in 2:27:09 Stunden. Bei den Frauen siegte die Polin Elsbieta Jarosz in 2:37:34 Stunden vor der Äthioperin Meseret Kotu in 2:38:19.

16. Oktober 2000

AZ-Umfrage

42 Kilometer - wie war's?
Joachim Heim (38), Sachsenkam: Meine Zeit liegt bei 2:36:45. Damit bin ich total zufrieden. Der Marathon war hart. Ich bin total kaputt. Ich bin das letzte Mal vor zwölf Jahren gelaufen. Mich hatte es aber gereizt, in München an den Start zu gehen. Das Publikum war gut. Ab Kilometer 30 in Unterföhring war die Strecke leider sehr öde.
Bernadette Hudy (37), München: Schön dass es in München endlich wieder einen Marathon gibt. Ich habe Platz vier belegt. Der Lauf verlief für mich nicht schlecht. Meine 2:55:14 sind eine angemessene Zeit. Denn es war ziemlich warm, und es gab einige Hügel. Die Münchner haben mich angefeuert und nach vorne gepeitscht.
Ursula Rößler (49), Erding: Ich bin meinen ersten Inline-Marathon gelaufen. Ich wollte das unbedingt mal ausprobieren. Nach 30 Kilometern hatte ich Wadenkrämpfe. Aber ich habe es geschafft. Genau zweieinhalb Stunden habe ich gebraucht. Ich bin stolz auf mich. Die Atmosphäre und das Wetter beim Marathon waren einfach super.
Christian Müller (29), München: Ich wollte unter drei Stunden bleiben. Leider habe ich mein Ziel knapp verfehlt. Meine 3:00:10 sind aber persönliche Bestzeit. Der Marathon hat sehr viel Spaß gemacht. Ab Kilometer 30 gab es fast keine Zuschauer. Das hat an meiner Motivation genagt und Zeit gekostet. Start und Ziel sollte man auf den Marienplatz legen.